Was wir von Barack Obama, einem der größten Leader unserer Zeit lernen können ….

Kürzlich hatte ich die Möglichkeit, an einem World Leadership Summit in Köln teilzunehmen. Viele „Leadership-Experten“ waren dort zu hören, aber wirklich aus eigenen Erfahrungen gesprochen hat nur einer. Einer der größten Leader unserer Zeit, wenn nicht sogar der Größte: Der ehemalige Präsident der USA Barack Obama. Angekündigt durch seine Halbschwester Aouma Obama, die sich aktuell genauso wie ihr Bruder für den Erhalt der Umwelt und nachhaltigen Klimaschutz einsetzt, betritt er die Bühne. Mit einer Entspanntheit und immer noch dem präsidialen Charisma stellt er sich den Fragen des Moderators vor 15.000 Besuchern.

 

Und macht zunächst gleich einmal klar: „ Nur weil man nicht Chef ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht inspirieren kann. Inspiration ist nicht nur Führungskräften vorbehalten. Jeder Mensch kann andere Menschen inspirieren und begeistern.“

 

„Die wichtigste Eigenschaft von Führungskräften ist Zuhören (LISTEN). Ich sage das nicht, weil es eine neue Erkenntnis ist. Ich sage das, weil ich in meiner Laufbahn immer wieder erlebt habe, dass es vielen Leadern schwer fällt, zuzuhören.“

 

Und er führt weiter aus, wie Zuhörer ihre Ziele erreichen: „Fokussieren Sie sich auf das, was Sie TUN wollen, nicht auf das, was Sie SEIN wollen. Konzentrieren Sie sich mit aller Kraft darauf, was Sie erreichen möchten – und verfolgen Sie Ihr Ziel mit Geduld und Beharrlichkeit (PATIENCE).“

 

Der Moderator fragt weiter: „Welches sind Ihre Erfahrungen als Leiter eines großen Staatsapparates und wie können wir von Ihnen lernen?“

 

Barack Obama überlegt einen Moment und antwortet: „Wenn man verantwortlich ist für mehr als 1 Million Mitarbeiter und 1.500 Mrd. Dollar Budget, musst Du Dir klar sein, dass jeden Tag irgendeiner etwas versaut. Das Ziel ist, ehrliche Fehler in guter Absicht zu machen, aus denen alle anderen lernen können, und diese Fehlerkultur zu akzeptieren.“

 

Ein weiteres Feld ist für ihn: Entscheidungen treffen. „Alles was auf dem Schreibtisch eines Präsidenten landet, ist schwierig. Man bekommt zwar die kompletten Fakten mitgeliefert. Es sind aber niemals klare Entscheidungen, diese wären ja bereits in der Hierarchie vorher getroffen worden. Du hast also die Fakten und bei Deiner Entscheidung weißt Du: das klappt zu vielleicht 60 %, zu 30 % aber nicht, und 10 % sind fraglich. Aber es ist wichtig die Entscheidung zu treffen. Denn wir müssen agieren in einer Welt, so wie sie ist – nicht in einer Welt, wie sie sein könnte.

Oft habe ich meinen Senatoren gesagt: Ich habe auch keine Antwort. Denn es ist wichtig, in einer Welt der vielen Köpfe und vielen Hände Verantwortung an allen Stellen zu entwickeln, nicht nur im Oval Office des US-Präsidenten.

 

Wie hat sich Kommunikation seit Ihrem Amtsantritt verändert? „Als ich zum Präsidenten gewählt wurde gab es noch keine Smartphones. Heute wird Kommunikation durch die sozialen Medien geprägt. Sie müssen als Leader in einer 24/7 Medienwelt präsent sein, um Beziehungen zu unterhalten.

Als Franklin D. Roosevelt Präsident war, genügte ihm ein Mikrofon. Er konnte gewiss sein, dass die ganze Nation vor dem Radio versammelt war, wenn er sprach. Heute müssen Sie genau studieren, wo sich Ihr Publikum aufhält und wie sie es erreichen.

Es gibt die Geschichte, das Roosevelt in seiner Amtszeit einmal einen Monat zum Jagen war und somit nicht erreichbar. Keiner hatte es bemerkt. Denken Sie nur, wenn ich das in meiner Zeit als Präsident getan hätte …“

 

WHAT DO YOU THINK? – „Mir war immer wichtig, die Meinung anderer zu erfahren. In unseren Roundtables, wo alle Topfunktionäre versammelt waren, habe ich gerne die Menschen die hinter uns in der äußeren Reihe saßen nach ihrer Meinung gefragt. Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Ich habe dabei oft überraschende Antworten erhalten!

 

Meine Grundeinstellung als Präsident und Leader war immer, Dinge in eine Richtung zu bewegen, die sie ohne mich nicht genommen hätten. Denn ich habe von meinem Vorgänger einen Staffelstab übernommen, den ich nach acht Jahren an meinen Nachfolger übergeben habe. Es war mir deshalb wichtig, höhere Ziele zu verfolgen und nicht nur meine eigenen.

„Make things better“ war und ist mein Antrieb, das Streben nach Verbesserung, und nicht das „Make things perfect“.

 

Was geben Sie künftigen Leadern mit auf den Weg, will der Moderator abschließend wissen. Darauf Obama: „HOPE! Die größte Hoffnung für künftige Leader ist, herauszufinden, wie wir zusammenleben können, wie wir eins sein können in dieser einen unseren Welt, wie wir Brücken zueinander bauen können. Wie wir Wege finden, unsere Unterschiede zu akzeptieren und in Menschlichkeit zusammen leben in einer Welt, in der wir rational und ohne Angst denken und arbeiten können.“

 

Dem ist nichts hinzuzufügen – außer dass möglichst viele Menschen diesen Blog lesen, sich inspirieren lassen und ihn an möglichst viele andere weiterleiten!